Positionen der Dokumentarfotografie

SS 2010: Hauptseminar (Blockseminar) an der Universität Wien 

(Das Seminar wurde wegen des Andrangs zweimal abgehalten)

Dokumentarfotografie bezeugt Zeitgeschichte, sie verfolgt archivarische Interessen, zugleich aber beinhaltet sie auch ein subjektives Bekenntnis des Fotografen: Er zeigt, was er mit der Kamera sieht, wenn er unterwegs ist.
Oft werden Themen über lange Zeit studiert. Langzeitstudien erfordern hohen persönlichen Einsatz und beinhalten ein serielles Konzept: Dokumentarfotografie schließt künstlerische Komposition nicht aus: Wie das Beispiel der Düsseldorfer Becher-Schule zeigt, war die Anerkennung der Fotografie als Kunst eng mit ihrem dokumentarischen Gestus verbunden.
In welcher Weise Dokumentarfotografie in ihrer jeweiligen Zeit diskutiert wird, welche Aufmerksamkeit ihr zukommt, ob sie befürwortet oder für überholt, ja unmöglich erklärt wird, welcher Blick auf das Geschehen vor der Kamera eingenommen wird, ist in vieler Hinsicht Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen und Ausdruck aktueller Diskurse.
Historische Positionen, Arbeitsbedingungen und Sehgewohnheiten zu analysieren, darüber hinaus aber auch Anspruch und historisches Selbstverständnis dokumentarisch arbeitender Fotografen quer durch die Fotografiegeschichte  zu verfolgen, ist Anliegen des Seminars.

Allgemein zur Einführuung zu empfehlen

  • Peter Geimer. Theorien der Fotografie zur Einführung. Hamburg 2009

Ein Reader mit Texten und Literaturliste wird zu Beginn des Semesters zum Selbstkopieren bereitgestellt. Bitte kopieren Sie ihn und bringen Sie ihn zur ersten Veranstaltung mit.